Die Gemeinde Stuer, mit ihren Ortsteilen Bad Stuer, Stuer Vorwerk und Neu Stuer an der Südspitze des Plauer Sees gelegen, wurde im März 1178 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs. Der „lacus Sturichse“, Sturer See, wie der Plauer See bis weit ins Mittelalter hieß, weist auf die damalige Bedeutung Stuers hin. Übrigens wird das „e“ in Stuer nicht gesprochen, also kein „ü“ daraus gebildet, sondern als „u“ ausgesprochen.
Eng verknüpft ist die Geschichte Stuers mit der Familie von Flotow.
Diese wurde 1340 von dem Fürsten von Güstrow-Werle mit dem Dorf Stuer und der Mühle belehnt. 1354 bzw. 1366 erhielten sie das ganze Land Malchow sowie die Stadt Röbel und das Land Röbel aus einer Pfändung. Stuer wurde Hauptort mit dem Sitz der höchsten Gerichtsbarkeit. Der Familie von Flotow gehört noch heute eine nicht ganz unbedeutende Menge Grundbesitz in dieser Gegend.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, 1845, wird auch Bad Stuer gegründet, mit einer Wasserheilanstalt, die vom bekannten mecklenburgischen “ Wasserarzt “ Johann Heinrich Franke aus Güstrow betrieben wird. Das Ende für die am längsten bestehende Wasserheilanstalt Mecklenburgs in Bad Stuer kam in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts. Bad Stuer aber hatte bereits einen guten Ruf als Sommerfrische erworben. Heute lädt hier das Seehotel Stuersche Hintermühle mit seiner vorzüglichen Küche zum Verweilen ein.

Das Tal der Eisvögel
Der Stuersche Bach in seinem Gesamtverlauf vom Kogeler See über die Vordermühle bis zur Mündung in den Plauer See durchschneidet einen Endmoränenzug und fällt in seinem relativ kurzen Lauf als schnell fließendes Gewässer um insgesamt 28 m in die Tiefe. In den Steilwänden zwischen der Stuerschen Vorder- und Hintermühle befinden sich die Nisthöhlen der Eisvögel, die für den Wanderer als kleine Löcher erkennbar sind. Neben dem Eisvogel finden wir hier noch weitere seltene Vogelarten, so die Gebirgsstelze und die Wasseramsel.

Einständerkirche Stuer

Dem Besucher von Stuer fällt am Ortseingang die Kirche mit ihrer schönen Friedhofsmauer aus Feldsteinen auf. 1717 im Stil einer Prignitzer Ständerkirche errichtet, reich an innerer Ausstattung, steht sie auf der Liste denkmalwürdiger Bauten. Bemerkenswert ist vor allem der Altar mit einem künstlerisch wertvollen Aufsatz niederdeutscher Schnitzerei aus dem 15. Jahrhundert. Eine Trockenmauer, errichtet vom Christlichen Jugenddorfwerk, umschließt die schöne Anlage. Wenn die Kirsche geöffnet ist, dann nutzen Sie die Gelegenheit für einen Blick hinein. Das suchende Auge erkennt im Fußboden drei Abdrücke des Teufels, die dieser auf seiner Flucht aus der Kirche im Boden zurückließ.

Der Galgenberg

Nach dem Überschreiten eines Bahnübergangs erblicken wir die Reste eines Großsteingrabs auf einem Hügel. Das im Hochmittelalter hier herrschende Adelsgeschlecht derer von Flotow nutzte den Hügel tatsächlich als Richtstätte, was zur Namensgebung ursächlich beitrug.

Die Burg Stuer
In der Wiesenniederung bei Stuer-Vorwerk entdeckt man den Burgberg der Burg Stuer. Das Bauwerk wurde im 13. Jahrhundert als Stammsitz derer von Flotow errichtet. Hinter einer Vorburg mit einem Torgebäude befand sich ein 11 Meter breiter Graben, den eine Brücke überspannte. Vom 4-geschossigen Wohnturm und den Wohngebäuden für 4 Familien ist nur noch ein knapp 17 Meter hoher Stumpf sichtbar, der die Brände der Jahre 1648 und 1660 und die nachfolgenden Jahrhunderte überstand.

Bärenwald Müritz
Im Bärenwald Müritz finden Braunbären, die einmal in Gefangenschaft lebten und nach derzeitigem Wissensstand nicht mehr in die freie Wildbahn entlassen werden können, einen artgemäßen Lebensraum auf ca. 10 ha Gehegefläche mit 10 Bären.